Meditation, Stressregulation und Gesundheit

Arbeitsstress betrifft schweizweit rund ein Drittel aller Arbeitskräfte und die Hälfte davon fühlt sich emotional erschöpft. Es verwundert daher nicht, dass stressbedingte körperliche und mentale Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Schlafstörungen, Übergewicht oder Depressionen längst zu Volkskrankheiten aufgestiegen sind und damit nicht nur für Betroffene grosse Belastungen auslösen, aber auch durch Produktivitätsausfälle die Volkswirtschaft empfindlich treffen (Job-Stress-Index 2022, Gesundheitsförderung Schweiz; Gesundheitsstatistik 2019, Bundesamt für Statistik, Neuchâtel). 

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Das Karussell dreht immer schneller. Digitale Transformation, Informationsflut oder Arbeitsverdichtung sind Rahmenbedingungen, mit denen Menschen im Arbeitsleben unweigerlich klarkommen müssen. Die gute Nachricht ist, dass wir vieles in der Hand haben und einen gesunden Umgang mit diesen Rahmenbedingungen erlernen können. Dafür braucht es nicht zwingend eine weitere Innovation, sondern einen Blick zurück auf das, was sich in der Menschheitsgeschichte seit jeher für mehr Gelassenheit bewährt hat: Meditation. Höhlenmalereien aus dem alten Indien, die auf 3500 v. Chr. datiert sind, zeigen Menschen in Meditationshaltung die mit halb geschlossenen Augen in tiefe Kontemplation versunken sind.

Inzwischen ist es wissenschaftlich gut beforscht, dass meditieren die Hirnaktivitäten positiv beeinflusst, die körperliche und mentale Gesundheit stärkt und die Konzentration, Leistungsfähigkeit und Kreativität in Denkprozessen fördert (Gàl et al. J Affect Disord, 2021; van der Zwan et al. Appl Psychophysiol Biofeedback, 2015; Tang et al. Natur Plast, 2020; Gotink et al. Brain Cogn, 2016).

Eine Forschergruppe des renommierten University College London konnte in einem Experiment beispielsweise zeigen, dass Arbeitskräfte die während acht Wochen regelmässig kurze Audio-Meditationen durchführten deutlich weniger gestresst waren, höheres Wohlbefinden berichteten und sich sozial mehr unterstützt fühlten als die Kontrollgruppe ohne Meditationspraxis (Bostock et al. J Occup Health Psychol, 2019).

Es ist gar nicht so schwierig

Meditieren braucht vor allem die Bereitschaft, sich Zeit für eine kurze Auszeit zu verschaffen. Wie viel Zeit ist im Grunde nicht zentral, während des Arbeitsalltages können auch kurze Sequenzen von 1-2 Minuten durchaus nachhaltig zu innerer Gelassenheit beitragen. Inzwischen sind viele Audiodateien oder Apps verfügbar (z.B. https://insighttimer.com/de), die eine grosse Auswahl an Fokusthemen oder Techniken anbieten. Meditation ist im Kern eine Aufmerksakeitsübung, um den Gedankenfluss zu beruhigen.